Warum bewegtes Sitzen?

Gesundes Arbeiten
Warum bewegtes Sitzen?
„Der bewegte Mann“ war ein großer Kinohit von Doris Dörrie, aber im wahren Leben sitzen wir zu viel! Wir sitzen im Büro, im Auto, im Kino oder vor dem Fernseher- kurz: wir bewegen uns zu wenig! Doch das schadet unserem Körper enorm.

Das Problem 
Der Anteil an Büroarbeit, die überwiegend sitzend ausgeübt wird, nimmt stetig zu. Bereits jeder 2te Arbeitsplatz in Deutschland ist ein Büroarbeitsplatz. Und das mit steigernder Tendenz! Dazu kommt, dass fast alle Menschen statisch, d. h. unbewegt sitzen und dann noch in ungünstiger Körperhaltung (Rundrücken). Statisches Sitzen und schlechte Körperhaltung aber belasten unseren Rücken- die Wirbelsäule, die Bandscheiben und die Rückenmuskulatur, vor allem im Schulter- und Nackenbereich. Zwar ist die körperliche Anforderung beim Sitzen nicht hoch- aber hier gilt: steter Tropfen höhlt den Stein bzw. viel Sitzen zermürbt den Rücken. 

 

Hierzu ein paar Fakten: 
- Bei bis zu 50% der Kinder im Einschulungsalter werden bereits Haltungsschäden festgestellt 
- Bei Studenten klagen 90% über zeitweise auftretende Rückenschmerzen 
- In deutschen Unternehmen machen Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems, überwiegend beding durch Rückenbeschwerden, etwa 30% aller Krankheiten aus. 
- Und ca. 50% aller vorzeitigen Rentenanträge werden wegen Bandscheibenschäden gestellt. Diese alarmierenden Zahlen sollten uns zu denken geben!

 

Die Wirbelsäule
Unsere Wirbelsäule ist ein Stütz- und Bewegungsorgan. Diese hat eine ganze Reihe von Aufgaben. Sie trägt nicht nur die Last von Kopf, Hals, Rumpf und Armen und erfüllt damit eine wichtige Haltefunktion, sondern ermöglicht Bewegungen des Körpers in alle Richtungen. Die Wirbelsäule ist aus zahlreichen einzelnen Elementen aufgebaut, die aus Knochen und Bindegewebe bestehen. Jedes Element liefert einen kleinen, aber wichtigen Beitrag für die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Die Wirbelsäule ist die Achse des menschlichen Körpers. Sie bildet die "knöcherne Mitte" und verbindet verschiedene Skelett-Teile miteinander, zum Beispiel Kopf, Brustkorb, das Becken, Arme und Beine. 

Die Wirbelsäule besteht aus mehreren Anteilen:
24 Einzelwirbel 
23 Bandscheiben 
zahlreiche Bänder 
Betrachtet man die Wirbelsäule von der Seite, erkennt man ein zweifach gebognes „S“. Im Hals- und Lendenwirbelbereich ist die Wirbelsäule jeweils nach vorne gekrümmt, in der Brustregion sowie im Steißbereich nach hinten. Diese Form ist wichtig, damit der Mensch aufrecht stehen, gehen und Belastungen abfedern kann.

 

Bandscheiben und Muskeln
Die zwischen den Wirbeln liegenden, aus Knorpel bestehende Bandscheiben stabilisieren die Wirbelsäule und ermöglichen gleichzeitig ihre Beweglichkeit. Im Zusammenspiel mit der geschwungenen Form der Wirbelsäule dämpfen sie Stöße ab und verteilen die auftretenden Druckkräfte gleichmäßig. Um die auftretenden Kräfte zu veranschaulichen, soll dieses Beispiel herhalten: der Druck auf die Bandscheiben in der Lendenwirbelregion beträgt 5 bar! Unseren Autoreifen befüllen wir nur mit 2 bar! Da die Bandscheiben- etwa ab dem 4ten Lebensjahr aufgrund der hohen Druckbelastung beim Stehen, Gehen und Sitzen nicht mehr über Blutgefäße versorgt werden, muss die Flüssigkeits- und Nährstoffzufuhr sowie der Abtransport von Stoffwechselendprodukten über Diffusion (Pump-/Saugmechanismus) aus dem umliegenden Gewebe (z. B. Muskeln) erfolgen. 

Die Muskeln bilden in dem Zusammenspiel mit der Wirbelsäule den aktiven Teil. Allerdings kann eine durch mangelnde Bewegung geschwächte Muskulatur ihre natürliche Trage- und Haltefunktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Daraus ergeben sich Fehlhaltungen, denn wir haben immer das Bedürfnis, die Haltung mit der geringsten Muskelspannung einzunehmen. 

Bei Muskelarbeit wird zwischen 2 „Arbeitsweisen“ unterschieden: der Haltearbeit und der dynamischen Arbeit. Bei der Haltearbeit ist die Durchblutung wegen des andauernden, unbewegten Anspannungszustandes der Muskeln gedrosselt. Dadurch kommt es zu einem Missverhältnis zwischen Blut- und Nährstoffbedarf und der tatsächlichen Versorgung. Haltearbeit führt aus diesem Grunde zu schnellerer Ermüdung sowie zu Anreicherung saurer Stoffwechselprodukte mit der Folge von Verhärtung und Verspannung. Dynamische Arbeit hingegen stellt einen andauernden Wechsel von Spannung und Entspannung dar! Blutbedarf und Durchblutung liegen auf einem ausgeglichenen Niveau, weswegen dynamische Muskelarbeit problemlos über einen längeren Zeitraum geleistet werden kann. (Test: halten Sie einmal den Arm gerade und ruhig, zählen Sie dabei bis 50. danach das selbe aber mit kleinen Auf- und Abbewegungen des Armes). Und noch etwas kommt dazu: die Bandscheiben sind auch nicht mit Nerven durchzogen, wir bemerken die Fehlhaltung also nicht über Schmerzen! Sonst könnten wir diese sofort beheben und spüren es nicht erst, wenn Verformungen, Vorfälle und Muskelverhärtungen vorliegen. 

 

Die Lösung
Die Lösung heißt Bewegung. Natürlich können Sie an Ihrem Arbeitsplatz nicht ständig hin und her laufen. Aber das Sitzen, Gehen und Stehen in ein vernünftiges Verhältnis bringen. D. h. 50% Sitzen, und je 25% Gehen und Stehen. Schreiben Sie der Kollegin keine Mail, gehen Sie kurz hin. Stehen Sie beim Telefonieren oder bei der Ablage. Der Aufzug sollte nur bei Lastentransport benutzt werden! Nutzen Sie unsere Tipps für Bürogymnastik und machen Sie sich immer wieder Ihre Sitzposition bewusst! Stellen Sie Ihren Bürostuhl richtig ein: Armlehen in die richtige Höhe (Ober- und Unterarm sind im Rechten Winkel) und verschieben Sie die Lordosenstütze genau in die richtige und für Sie angenehme Position. Achten Sie auf den Abstand zum Monitor, benutzen Sie Handgelenk und- Tastaturauflagen aus Gel. Höhenverstellbare Schreibtische sind die ideale Lösung, wenn Sie bei der stehenden Arbeit Ihre Unterlagen einsehen müssen bzw. etwas schreiben wollen.  Der Bürostuhl sollte das dynamische Sitzen ermöglichen. Hierzu gilt die Synchronmechanik als ideale Lösung. Dabei bewegen sich Sitzflächenwinkel und Lehnenflächenwinkel in einem festgelegten Verhältnis zueinander, wenn sich die sitzende Person von der vorderen in die hintere Sitzhaltung begibt. Beim Zurücklehnen senkt sich gleichzeitig die Sitzfläche im hinteren Bereich, nach unten ab, wodurch Scherkräfte an der Hautoberfläche und ein nach- vorne- Rutschen auf der Sitzfläche vermieden werden. 

Ein weiteres Qualitätskriterium für die Bewegungsmechanik liegt in der individuell einstellbaren Rückstellkraft. Das bedeutet, dass Sie sich ohne größere Kraftanstrengung von der vorderen in die hintere Sitzhaltung bewegen können. Eine verstellbare Lordosenstütze (die Lordose ist die S- Kurve in der Lendenwirbelsäule) und mindestens in zwei Richtungen verstellbare Armlehnen runden den guten Bürostuhl ab.  Wenn Sie sich auf Grund Ihres jetzt neu erwobenen Kenntnisstandes einen neuen Bürostuhl erwerben wollen, so achten Sie darauf, ein paar Tage Probe zu sitzen, denn nur im Arbeitsalltag können Sie feststellen, ob der Stuhl für Sie passt. Denn: ein Drehstuhl ist wie Schuhe kaufen- es muss einfach passen! 

 

Quelle: „Ergonomie des Bewegten Sitzens“ Löffler Bürostühle

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